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Benutzerspezifische Werkzeuge

Zur Quelle, zur Freiheit

Immer mehr Firmen wenden sich von Microsoft ab und steigen auf freie Software Lösungen um. Alteingesessene Konzerne wie Daimler Benz, Sony, die Deutsche Bahn und Boeing haben Linux ebenso im Einsatz wie die Internet-Start-ups Yahoo, Cisco und Amazon. Selbst Behörden, riskanten Experimenten bekanntlich abgeneigt, fahren auf Linux ab. In Deutschland setzen laut Marktforschern derzeit ein Drittel der Unternehmen auf Linux auf dem Server und auf Clients ein. Sie nutzen das Betriebssystem vor allem in geschäftskritischen Bereichen als Applikations-Server für ERP und CRM, sowie für Infrastrukturdienste wie Firewall, File- und Printserver. Als gewichtiges Argument für Linux gelten Kosteneinsparungen.

In fast allen Fachabteilungen werden die Aufwendungen und der Wertbeitrag, der durch sie erreicht wird gegenübergestellt. Vermehrt richten die Entscheider ihr Augenmerk auf das Kosten-Leistungs-Verhältnis ihrer EDV. IT mit Augenmaß ist mitentscheidend für die Qualität und Kosten der internen und externen Geschäftsprozesse. So zeigen Studien, dass bei Microsoft Enterprise-Applications 50 Prozent der lizenzierten Funktionen nicht genutzt werden. Trotzdem wird ein signifikanter Teil des brachliegenden Anwendungspotentials mit hohem Aufwand immer wieder kostspielig angepasst. Ausgaben und Leistungen stehen so oft bei Office Software von Anfang an in einem Missverhältnis. Was also tun, um dies innerhalb der IT-Abteilung auf Vordermann zu bringen? Wir wärs mit OpenSource „von der Stange“!

Aber Achtung: das Neue ist immer gefährlich. Es geschüttert Gewohnheiten, Denkweisen und Traditionen. Es bedeutet Chancen und Risiken; es macht Hoffnung und Angst zugleich. Ohne Veränderung kein Fortschritt, keine Zukunft. Ein Gespenst geht um! Und diesmal ist es nicht der Kommunismus – trotzdem wächst ein revolutionäres Bewußtsein heran. Und das wendet sich gegen die von Software-Monopolisten angelegte Fesseln: Sogenannte Open-Source-Software, einst vom Establishment als das Werk von verträumten Idealisten belächelt, ist endlich bereit für die Massenanwendung.

Daher sind Rationalisierungspotentiale von 50 Prozent bei einem Linux-Migrationsprojekt keine Seltenheit. Trotz natürlich anfallenden Anpassungs- und Schulungskosten. „Man hat wieder Spielgeld für notwendige IT-Innovationen, statt in den stetig steigenden Wartungskosten gefangen zu sein,“ so einstimmig der Tenor. Windows-Anwendern stößt zudem die Upgrade-Politik von Microsoft sauer auf. Im Lizenzmodell von Microsoft ist beispielsweise nicht vorgesehen, einen älteren Release-Stand einzufrieren, auch wenn dieser für die Bedürfnisse des Unternehmens ausreicht. Der Verzicht auf kurze Update-Zyklen hat einen interessanten Nebeneffekt: Ist man dem Upgrade-Zwang nicht ausgesetzt, lassen sich Rechner wesentlich länger nutzen als Microsoft PCs. Linux-Desktops können mit erstaunlich geringen Hardware-Ressourcen auskommen. So ist es durchaus möglich, ältere Hardware zu verwenden, die unter Windows nicht mehr produktiv genutzt werden kann – ein weiterer Faktor, der Kosten im Unternehmen senken kann.

Bei den von den großen Monopol-Unternehmen vertriebenen Software legt der Hersteller von Vornherein alle Anwendungsmöglichkeiten fest. Die Nutzer können beispielsweise mit den Office Suiten nur tun, was der jeweilige Entwickler für notwendig hält. Anders bei den Open-Source-Anwendungen: Hier können Benutzer den Quellcode, die Erbinformation eines Programms, aus dem Internet laden und ihren eigenen Bedürfnissen anpassen. Keine geknechteten Programmierer entscheiden mehr, was eine Software können muss, sondern eine „Community“, die sich über das Internet organisiert und meistens ohne Bezahlung arbeitet. Das Hauptargument für diese freie Software: Frei bedeutet in der Regel auch kostenlos.

Die Westaflex Gruppe zum Beispiel, bisher nicht als eine Keimzelle der Revolution aufgefallen, setzt inzwischen komplett auf Open Source. Westaflex hat sich von den Zwängen der Produktaktivierung und kostenpflichtigen Programm-Updates befreit. Wenn es je eines Beweises bedurfte, dass freie Software auch für die arbeitenden Massen nutzbar ist – der Firefox Browser hat ihn erbracht. Entstanden aus den Ruinen des Netscape Navigators, der Ende der 90er-Jahre von Microsofts Internet Explorer an den Rand gedrängt wurde. Die Open-Source-Gemeinschaft übernahm seinen Quellcode. Heute, weiterentwickelt und umbenannt in Firefox, macht der Navigator kaputt, was ihn kaputt gemacht hatte: Er schnappt dem Internet Explorer Marktanteile weg. Tatsächlich gibt es kaum noch Argumente für den Explorer: Firefox ist sicherer, zudem lässt er sich beinahe beliebig erweitern – sei es ein Werbeblocker, ein Ebay-Werkzeug oder ein Tool zum Bloggen.

Ein wichtiger Grund für die Linux-Migration ist die Unabhängigkeit: Linux orientiert sich konsequent an offenen Standards und Kommunikationsschnittstellen, das verleiht Unabhängigkeit bei der Zusammenstellung der Software- und Betriebssystem-Kombinationen. So sind Anwendungen wie Apache, mySQL oder Mozilla für verschiedene Betriebssysteme verfügbar. Nicht nur den Software-Monopolen, auch den Medienmonopolen haben es die freien Entwickler den Kampf angesagt. Im Unterschied zu den kommerziellen Konkurrenten wie dem Media Player kann Open-Source-Software alle gängigen Filmformate abspielen: Neben den MPEG-Formaten auch Quicktime, AVI, DivX, XviD und weitere. Die freie Software geht über das reine Wiedergeben von Filmen hinaus. Derartige Software kann Videoblogs als „Channels“ abonnieren und so eigene Programme zusammenstellen. 

Für Linux-Server- und -Client-Systeme steht eine Reihe von Distributionen zur Verfügung. Die eigentliche Software bei kommerziellen Linux-Versionen ist meist kostenlos, kann frei weitergegeben und beliebig oft installiert werden. Bezahlt wird die Arbeit, die der Distributor geleistet hat: das Sichten der vielen Open-Source-Programme, das Zusammenstellen zu einem leicht nutzbaren System, das Brennen der Datenträger sowie Installationsprogramme. Eine gute Distribution, wie Debian setzt sich immer das Ziel, den administrativen und organisatorischen Aufwand des Nutzers zu verringern.

Zahlreiche Websites und Wikis greifen dem Mittelstand bei der Linux-Migration unter die Arme. Mit News, Fallstudien und Hinweisen zur profunden Planung bietet auch redox ein solides Hard- und Software-Angebot „aus einer Hand - aus einem Guss“ samt Server, Backend und Clients. Sinnvoll ist dies vor allem, wenn Firmen ihre veraltete EDV ohnehin ersetzen wollen und nicht auf die proprietäre Microsoft .NET-Technologie setzen. Das verleiht der Migration auf Linux ein solides Fundament. Die Migration lässt sich der Finanzlage anpassen.

Sofern die Umstellung der Fach- und Office-Anwendungen dies zulassen, kann überlegt werden nach StarOffice oder OpenOffice zu wechseln. Als einzige ernstzunehmende Konkurrenten zu Microsofts Office-Paket sind sie die Speerspitze beim Angriff auf die verurteilten Monopolisten aus Redmond. Nicht nur die geringeren Kosten geben den Ausschlag: Entscheidend ist ein Qualitätsvorteil! Das Schreibprogramm Writer zum Beispiel schlägt den Konkurrenten Word. Die Arbeit mit Dokumenten- und Formatvorlagen wurde besser gelöst. Insbesondere Sekretariate, die lange Texte mit Inhaltsverzeichnissen, Fußnoten und eingebetteten Grafiken zu bearbeiten haben, sollten StarOffice den Vorzug geben. Die gefürchteten „Verschiebungen“ kommen hier nicht vor.

Sollte zu einem Windows-Programm kein Linux-Pendant gefunden werden, kann über Tools wie Wine oder Crossover und virtuelle Maschinen, wie Vmware oder XEN wie gewohnt gearbeitet (in einer Emulation). Damit kann auf jeden Fall auf kommende Kostenfallen, wie Vista verzichtet werden.

 

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