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Messe oder Barcamp

Auf jeden Fall ist sehr viel in Bewegung, was früher nie in Frage gestellt wurde. Und klassischen Fachmessen gehen sowohl Besucher, wie Aussteller zugunsten neuer, regionaler Formate verloren.

In der vergangenen Woche und nicht nur dort, wurde sich getroffen, besprochen und ausgestellt. Klassischerweise bei Verbandstagungen, im Unternehmen, auf Hausmessen aber auch auf dem BarcampOWL Wochenende. Besonders in der Schlussbesprechung der Unkonferenz Barcamp drängt sich mir nachfolgende vergleichende Betrachtung - skizzenhaft - auf.

Jugendliche treffen sich
Mir fällt auf, dass “sich treffen” eine ganz andere Qualität bekommt. Hat man sich früher tatsächlich persönlich im Cafe getroffen und die Welt gerade gequatscht, sitzen heute Jugendliche sich gegenüber, der eine SMSt, der andere telefoniert: WO ist das vertrauliche Gespräch OHNE technologische Ablenkung? Es wird so oft von Entschleunigung gesprochen, ich kann sie hier im Freizeitbereich nicht erkennen.

Verbandstagungen
Auf Verbandstagungen erscheinen mittlerweile die meisten Teilnehmer mit dem Laptop bewaffnet, um gleichzeitig die Notizen aufzuschreiben aber auch Büro-Mails zu bearbeiten und zu beantworten. Für mich mittlerweile eine Unart, da kein Mensch allzeit auf all seinen Sinneskanälen online sein kann. So hat man zumindest bei Tagungen das Gefühl, die wichtigsten Gespräche und die ungeteilte Unterhaltung finden während der Pausen statt. Also vielleicht der einzige Grund nicht gleich ausschließlich Telekonferenzen zu nutzen.

Hausmessen
Im Vorfeld einer Hausmesse wird sich nicht etwa bei den Mitarbeitern und den Industrie-Ausstellern bedankt, sondern darauf einge-nordet, dass diese Art von Veranstaltung ausschließlich zum Auftrag schreiben genutzt werden soll. Was natürlich die eingeladenen Handwerker ganz anders sehen: wenn schon eingeladen, dann auch den Bauch vollschlagen; die Industrieprodukte kennt man ja schon. Diese Sponsoren dienen ja nur dazu, das Catering zu finanzieren (überspitzt formuliert).

Messen
Mittlerweile sind Messebesucher mit Smarthandy oder Notebook behängt auf Messen unterwegs und wissen ohnehin und von vornherein, dass nicht alle Aussteller für sie interessant sind. Am besten dann doch gleich ins Restaurant setzen und erst mal die Aussteller googeln, um sich Laufwege zu ersparen. Wenn das immer mehr der Fall ist, sollten Aussteller eigentlich keine Freikarten und den Eintrag in Ausstellerverzeichnis mehr aufwenden: ist ja nicht mehr gefragt. Vielleicht geht die Entwicklung sogar zu noch unpersönlicheren Begegnungen via virtuellem Messebesuch, so einer Art eLearning mittels Videostream. Die Messestandsgrösse könnte folglich dramatisch reduziert und auf Exponate zugunsten von Posterwänden verzichtet werden. So kann demnächst das Standpersonal den Auf- und Abbau gleich selbst wieder einplanen und deutlich Spesen und Standmiete sparen.

Barcamps
Diese Form der ungeplanten Kommunikation stellt wohl am besten die bunte Mischung an die aktuellen Zuhörer-Wünsche dar. Die Tagung organisiert sich im weitesten Sinne selbst, die Teilnehmer sind, bei Bedarf stets online und vermitteln so eine interessante Mischung aus An- und Entspannung. Sofern das Ambiente oder Location passt, sind den Diskussionen (auch zeitlich) kaum Grenzen gesetzt.

Zielgruppen und Sponsoren
Aus Sponsoren-Sicht stellt sich natürlich die Frage: sind die Teilnehmer eines Barcamps meine Zielgruppe rsp. wie mache ich meine klassischen Fachmessebesucher zu begeisterten Barcampern?!

Ich persönlich glaube, dass sich Barcamps als neues Informations- und Kommunikations-Format (weiter) stark etablieren werden. Ich glaube allerdings auch, dass die Bedeutung und möglicherweise Anspruchshaltung von Barcamp-Sponsoren ebenfalls (weiter) steigen wird. Was möglicherweise dazu führen kann, dass es einen “Fachbesucher-Tag” als Freitag und einen “Barcamper-Tag” als Samstag geben würde. Mal ungeachtet der Frage, ob durch eine weitere Professionalisierung auch die No-show Rate sinken würde?

Also dann: Barcamp-Messen?! Oder Messen mit einer Barcamp-/Blogger-Ecke?!


abgelegt unter: , ,
Daniela am 11.05.2020 14:51
"Fachbesucher-Tag” als Freitag und einen “Barcamper-Tag” als Samstag ... ein sehr gelungener Ansatz der sich durchsetzen wird. Zuerst das Fachpublikum und dann die Communikations Junkies. Ganz vergessen dabei aber auch, die Möglichkeiten von Bloggern wie diese Einzug auf Messen halten. Dabei müssen aber auch Unternehmen erst lernen, diese Möglichkeit der Online Redaktion anzunehmen und sich darauf vorzubereiten.
Danke sagt Daniela Skrzypczak
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