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Lebenslanger Vergleich

Bewertungen im Internet boomen. Vor- und Nachteile dieses Instruments: Die Bewertungen bieten zwar eine hilfreiche Orientierung. Auf der anderen Seite sind die Kommentare nicht repräsentativ; Missbrauch durch Eigenlob oder übertriebene Verrisse lässt sich kaum ausschließen. Das Beispiel darf nicht Schule machen und auf unsere SHK-Branche übergreifen.

Wir sind es gewohnt, schon früh mit Vergleichen konfrontiert zu werden. Das Reh sieht aus wie ein Kälbchen; der Apfel ein wenig wie eine Birne und die Zahl 2 wie ein Schwan. Spätestens in der Schulzeit werden Vergleiche persönlich: der Sven hat auch ein 3 in Bio. Bei Geschwistern: zeigt mal eure Zeugnisse. Meist werden zu dieser Zeit Erfolge in Vergleichen belohnt, um gute Noten oder braves Verhalten zu bestärken. Was zu der Prägung führt: mit einer guten Bewertung habe ich Vorteile im Leben und es steigt mein Ansehen.

Seit Wiedereinführung der Kopfnoten gilt: umgehende Reklamation, um nicht zeitlebens mit einem Makel – der möglicherweise ungerecht ist – zu leben.

Wenn noch ein wenig später Personen mit Personen verglichen werden, steht die nächste Lektion an: Verleumdung und üble Nachrede. In Zeiten von Google & Co. Kaum mehr zu stoppen und so gut wie gar nicht mehr löschbar! Jetzt widmen wir uns mal dem Aspekt Vorteilserlangung durch Falschzeugnis über Unternehmen zu. Als Beispiel die Androhung einer Falschbewertung auf Hotelportalen:

Das Doppelzimmer sollte 149 Euro kosten. "Wir zahlen maximal 100 - sonst gibt es eine miese Kritik im Internet". Mancher fürchtet weitere Fälle. Die zunehmende Macht der Bewertungsportale sehen Hotels deshalb mit Skepsis.

Was früher als Jugendstreich durchging, ist jetzt mit Vorsatz geschehen und Rufmord für die unfair Beurteilten. Das Prinzip der Schulzeit, Anerkennung durch Lob geht jetzt in die andere Richtung los. Ein ganzes Unternehmen, nicht nur eine Person steht in schlechtem Licht – allerdings sind die juristischen Konsequenzen andere: Anzeige, Verfahren und Verurteilung bei Falschaussage, sowie der Verpflichtung zur Richtigstellung.

Dabei gibt nur ein verschwindend kleiner Teil der Gäste seine Meinung ab. Das sagt nichts aus. Die Portale sollten daher auch die Zahl der Übernachtungen bei jedem Haus in Relation dazustellen. Dann kann der Nutzer das ins Verhältnis setzen. Denn die Portale sind keine gemeinnützigen Verbraucher-Organisationen. Viele der Betreiber verdienen ihr Geld als Reisevermittler und erhalten Provisionen von Veranstaltern, ebenso sind die Kritiken selbst oft zu oberflächlich.....

 

 

 

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