Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge

Frühestmöglichen Umstellungstermin nutzen

Deutschland sperrte sich gegen lange Kontonummern - jetzt kommt Sepa nun gut ein Jahr später als zunächst geplant. Mit der Umstellung können nach EU-Angaben Firmen, Banken und Haushalte innerhalb von sechs Jahren mehr als 120 Milliarden Euro sparen - weil zum Beispiel Überweisungsgebühren wegfallen.

Die EU-Kommission setzt Europas Banken und ihren Millionen Kunden ein gesetzliches Ultimatum, denn bisher laufen aber nur 7,5 Prozent aller Überweisungen über Sepa. Gehe es in diesem Tempo weiter, werde der einheitliche Zahlungsraum erst in 30 Jahren Realität, heißt es in einer internen Folgenabschätzung der Kommission. Vor allem auf Drängen Deutschlands wurde immer wieder hinausgeschoben. Dann gelten nämlich nicht mehr die alten Kontonummern und Bankleitzahlen, sondern nur die internationalen Formate Iban und BIC. Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers billiger und europaweit so einfach machen wie national. Firmen und Privatkunden könnten ihre grenzüberschreitenden Zahlungen zentral steuern. Sie müssten nicht mehr in jedem Land Konten vorhalten. Der Sepa-Standard wird zudem den Wettbewerb zwischen Europas Banken ankurbeln und neue Zahlverfahren über Mobilfunk und Internet erleichtern.

Am SEPA nehmen insgesamt 32 Länder teil; außer den 27 EU-Staaten sind es die Schweiz, Liechtenstein, Island, Norwegen und Monaco. Vorreiter sind dabei nicht nur die Rentenversicherung Bund und die Zollbehörden. Der deutsche Gesetzgeber muss jetzt auch dafür sorgen, dass Bankkunden ihre Einzugsermächtigung etwa für ein Zeitungsabo oder eine Versicherung nicht extra für eine Sepa-Lastschrift erneuern müssen.

Außerdem müssten elf Millionen EU-Bürger, die in Europa außerhalb ihres Heimatlandes leben, nicht länger verschiedene Konten führen. Nach dem SEPA-Standard, der auf EDIFACT Syntax beruht, werden die Zahlungen zudem innerhalb eines Arbeitstages ausgeführt.

In dem neuen Format setzt sich die Kontonummer aus einem zweistelligen Ländercode (DE für Deutschland), einer zweistelligen Prüfziffer, der achtstelligen Bankleitzahl und direkt anschließend der zehnstelligen Kontonummer zusammen, wobei die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer unverändert übernommen werden. Bankkunden finden ihre IBAN-Nummer in der Regel bereits auf den Kontoauszügen aufgedruckt. Dabei können sich die Deutschen über das neue Zahlenformat nicht beklagen: Zum Beispiel in Polen oder in Ungarn ist die IBAN-Kontonummer sogar 28 Stellen lang.

abgelegt unter:
Tag Cloud
Navigation