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CeBIT! Weiterleben? Aufgeben?

Warum übt Hightech überhaupt so eine große Faszination auf viele Menschen aus, pilgern Computerfans aus aller Welt jeden März nach Hannover? Denn von der Präsentation bahnbrechender Neuheiten hat sich die CeBIT verabschiedet. Vielmehr geht es oft nur um Detailverbesserungen.

Die Tage, als man mit dem ersten Farbfernseher, dem ersten tragbaren Telefon oder mit einem mobilen Musikabspielgerät für Aufsehen sorgte, sind Geschichte. Seit Jahren geht es bei der Geschwindigkeit der Prozessoren um Rekorde, Handys genießen einen Designwechsel nach dem anderen und werden Alleskönner, Datenspeicher erreichen gigantische Ausmaße.

Zum Themenspektrum ERP, früher PPS- oder WWS-Warenwirtschafts-Software für produzierende Unternehmen, gibt es die Öffnung auf viele unterschiedliche Hardware- und Betriebssysteme, wie eben auch Linux. Dazu gehört u.a. Oxaion, früher FRIDA – einer integrierten Anwendung, welche auch die Westaflex Gruppe nutzt und daher als Referenzkunden mit Bild vorgestellt wird. Wie lange warten wir nun schon auf das papierlose Büro? Zu jeder Cebit wird es aufs Neue besungen. Tatsächlich sind wir von ihm genauso weit entfernt wie von der papierlosen Toilette. Besonders unausrottbar sind am Kühlschrank angebrachte Post-its mit kleinen Gedächtnisstützen wie "Herd ausgemacht?" oder "Mutter anrufen". Vielleicht kann dieser Post-it-Block dem verblichenen Traum vom papierfreien Leben neue Vitalität einhauchen. Der Haken ist ja sonst: Die Unterlagen müssen für zehn Jahre aufbewahrt werden - auf Papier, weil digitale Datenträger nach dieser Zeit wahrscheinlich nicht mehr lesbar sind.

Schritt für Schritt versucht sich die Messe AG vom Quadratmeter-denken zu lösen. Konzeptionell wurde dabei schon einiges erreicht, neue Messeformen wie die „Webciety“ haben sich bewährt. Doch zwei große Herausforderungen warten noch: Die Messe AG muss auch mit einer möglicherweise noch kleineren Veranstaltung Geld verdienen. Und der IT-Branche muss ein neues CeBIT-Maß vermittelt werden: kleiner, aber mindestens so wichtig wie eh und je.

Das Capability Maturity Model (CMM), ein internationaler Maßstab zur Beurteilung der technischen Kompetenz, macht diesen Wissensvorsprung deutlich. Die meisten führenden IT-Unternehmen in Indien operieren auf Stufe fünf, also der höchsten Kompetenzstufe des CMM, während die internen IT-Abteilungen westlicher Unternehmen auf Stufe zwei oder drei operieren. Intelligente Unternehmen nutzen die Auslandsverlagerung deshalb nicht nur, um Kosten zu senken, sondern auch, um Zugriff auf die besonderen Fähigkeiten dieser Länder zu erhalten.

In den Anfangsjahren der digitalen Revolution wurden auch Computer mit denselben Argumenten beworben, mit denen von Propagandisten noch heute Karottenreiben und Schnellkochhilfen angepriesen werden: Zeitersparnis. Alles gehe schneller und verschaffe einem, so die unausgesprochene Hoffnung, mehr Zeit für "Das Eigentliche Leben".  Nun haben einige der großen Unternehmen in der Computerindustrie angekündigt, uns im Lauf der CeBIT einige der verplemperten Startsekunden wieder zurückzugeben. Eine neue Generation schnellstartender Rechner soll auf den Markt kommen und die immer kürzere Aufmerksamkeitsbereitschaft, die immer ungeduldigere Ungeduld der potenziellen Kunden bedienen. Es soll mit ihrer Hilfe möglich sein, einen Computer schnell und einfach wie eine Lampe einzuschalten.

 
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