Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge

Alles Android oder was

Es ist wirklich das erste Mal in der Geschichte, dass es eine praktikable Alternative zum PC gibt! Alles Android oder was?!

Den ersten Tablet Computer gab es in Las Vegas auf einer High-Tech-Show schon vor zehn Jahren. Auf der Computermesse Comdex 2001 stellte Microsoft-Mitbegründer Bill Gates damals den Entwurf eines "Ultra Mobile PC" vor, der ohne Tastatur auskommen sollte. Der UMPC floppte jedoch beim Publikum: zu teuer, zu schwer, zu umständlich zu bedienen und eine viel zu kurze Batterielaufzeit. Erst mit dem iPad von Apple wurde der totgeglaubte Markt der Tablet Computer wiederbelebt. Das Quasi-Monopol von Apple in diesem Segment aber hat nicht einmal 12 Monate gedauert: Auf der Elektronikmesse CES International 2011 in Las Vegas trat eine fast unüberschaubar große Riege von Herstellern gegen die Vormachtstellung des iPads an. Das offene Betriebssystem Android erobert immer neue Einsatzbereiche. Hersteller zeigten in Las Vegas nicht nur neue Smartphones und kleine, preiswerte Mini-Notebooks und auch auch mobile Internetgeräte ohne Tastatur mit dem Google-Betriebssystem. Die Tablet oder Slate genannten Modelle gelten als wichtiger Trend, befeuert unter anderem durch Spekulationen um die Krankheit vom Apple Gründer Steve Jobs und die Zukunft "seiner" iPhone und iPad Modellreihen.

Google ist damit zu einem bedeutenden Spieler bei Betriebssystemen heranwachsen, zumal das Unternehmen mit Chrome OS auch an einer Software speziell für PC arbeitet. Das stellt eine Bedrohung für etablierte Softwarehersteller dar, allen voran Microsoft. Insbesondere bei mobilen Internetgeräten ist der Wettbewerbsdruck enorm hoch. Hier wollen viele mitspielen, etwa Anbieter von Smartphones, PC und Konsumelektronik. Es zählt jeder Euro. Ein kostenloses Betriebssystem wie Android ist für alle Hersteller extrem attraktiv. Das zeigte sich in der Vielzahl der angekündigten Geräte, in denen Android genutzt werden soll - auch jenseits traditioneller Einsatzbereiche. Der größte US-Telekomkonzern AT&T stellte fünf Smartphones mit dem Betriebssystem im ersten Halbjahr in Aussicht. HP zeigte eine Mischung aus Netbook und Smartphone mit der Software und Prozessoren von Qualcomm. Der US-Hersteller Entourage Systems hatte eine Kreuzung aus E-Book-Reader und Tablet im Gepäck. Und Touch Revolution demonstrierte, wie Android in Waschmaschinen und Mikrowellen zum Einsatz kommt. Genau wie Westaflex seine WAC-Wohnungslüftung-Zentralgeräte über Android erreichbar macht. Android ist als offene Plattform für viele Geräte gut geeignet.

(Unsere) besondere Aufmerksamkeit erzielen jedoch die Tablets. Sie haben Bildschirmgrößen von rund fünf bis zehn Zoll und basieren auf unterschiedlicher Technik. Ihnen gemeinsam ist vor allem die Touch-Bedienung. Mit den flachen Rechnern kann man unterwegs im Internet surfen, Filme ansehen und spielen. Der Markt explodiert, aber gleichzeitig gibt es immer mehr Anbieter. Dadurch sinken die Preise. Je weiter der Preis sich auf die magische 100-Euro-Schwelle zubewegt, desto mehr geraten die Margen unter Druck. Auch wenn weniger verdient wird als mit hochwertigen Laptops, will kein Produzent den Einstieg verpassen - da mit der Hardware allein keine großen Gewinne erwirtschaftet werden können, suchen die Hersteller Alternativen: Die Unternehmen versuchen, durch Services Geld zu verdienen. Apple ist dabei mit seinem iTunes App Store ohnehin gut im Spiel, Nokia betreibt den Ovi Store und HTC bietet eine kostenpflichtige Sicherung der Daten auf dem Handy im Netz an. Android läuft auch auf Smartphones und ist deswegen für die Bedürfnisse mobiler Geräte besser ausgelegt. Es ist nicht nur der hohe Stromverbrauch, der dem Microsoft-System als Nachteil angelastet wird. Bei Windows ist auch nicht an Apps gedacht worden, außerdem ist das Microsoft-Programm häufig Ziel von Virenattacken und deshalb wartungsintensiv. Das alles spricht dagegen, Windows auf Geräten einzusetzen, die wie die Tablets vor allem für die Unterhaltung gedacht sind. Bislang sieht es daher nicht so aus, dass Microsoft seine monopolartige Stellung in der PC-Welt auf die neue OpenSource Geräteklasse ausweiten könnte.

Es ist wirklich das erste Mal in der Geschichte, dass es eine praktikable Alternative zum PC gibt! Waren es bislang vor allem die Privatnutzer, die in den flachen, mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm bestückten Computern eine Alternative zum klassischen Rechner oder Laptop sahen, kommen nun mobile Branchenanwendungen zum tragen. Jetzt halten die Verbraucher insgesamt sogar verstärkt Ausschau nach vollständigen Alternativen zum PC. Alles Android oder was?


abgelegt unter: , , ,
Tag Cloud
Navigation