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Ein Arbeitsleben, ein Arbeitgeber

Das Motto "Ein Arbeitsleben, ein Arbeitgeber" gilt nur noch für eine Minderheit der Beschäftigten. Der Arbeitnehmer von heute muss vor allem eines sein: flexibel.

Am Arbeitsplatz hält man sich viele Stunden des Tages auf - ein Großteil der Deutschen verbringt im Büro oder in der Werkshalle mehr Zeit als für Familie, Freunde und Freizeit zur Verfügung steht. Schon aus diesem Grund gilt ein "guter Job" für viele Menschen als wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit und Lebensqualität. Dabei verändert sich die Arbeitswelt in Deutschland rasant. Unbezahlte Praktika, selbst finanzierte Auslandsaufenthalte, Arbeit auf Abruf, beruflich bedingte Umzüge selbst im höheren Alter - das alles gehört heute zum Standardprogramm zumindest gut qualifizierter Beschäftigter. Überstunden am Wochenende und am späten Abend werden für immer mehr Menschen zum Standard. Gleichzeitig müssen sich schlechter ausgebildete Arbeitnehmer mit Teilzeit- und Aushilfsjobs über Wasser halten. Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bestimmen sehr viel stärker als früher das Leben der Beschäftigten. Die feste Arbeitszeit von 8 bis 16 Uhr wird zum Auslaufmodell. Auf der anderen Seite sind Teilzeitjobs in Deutschland rapide auf dem Vormarsch. Im Jahr 2008 waren laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung nur noch 60,1 Prozent der Beschäftigten im Alter zwischen 25 und 64 Jahren in einer unbefristeten Anstellung in Vollzeit tätig, sieben Jahre zuvor waren es noch 64,7 Prozent: "weg von der Industriebeschäftigung, hin zu Dienstleistungstätigkeiten." Erheblich ausgeweitet hat sich auch die Nacht- und Wochenendarbeit: Knapp jeder vierte Erwerbstätige arbeitet häufig auch am Sonnabend, fast jeder Achte am Sonntag.

Doch wenn die Firmen von ihren Beschäftigten Flexibilität über alle Maßen verlangen, müssen sie auch selbst deutlich flexibler werden. Warum muss noch immer die breite Mehrheit der Arbeitnehmer täglich in weit entfernte Büros fahren, wenn sie ihre Aufgaben auch bequem zu Hause erledigen kann? Nicht nur das Ergebnis der Arbeit dürfte mit Verweis auf die heimische Ruhe häufig besser ausfallen, auch berufliche und private Pflichten könnten vernünftiger aufeinander abgestimmt werden. Warum nicht drei Stunden arbeiten, danach die Tochter vom Kindergarten abholen, wieder eine Zeit lang arbeiten und später die Hausaufgaben des Sohnes korrigieren? Man kann sich die Betreuung der Kinder besser teilen.

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